Fachgruppen des BKMT
Der BKMT umfasst mehrere Fachgruppen. Dazu gehören zurzeit die
Kreative Potentiale und Fähigkeiten können durch Kunst- und Gestaltungstherapie neu entdeckt werden. Durch gestalterische Arbeiten, aber auch in der Betrachtung von Kunst findet sich ein visueller Zugang zum Unbewussten. In der Praxis werden kunsttherapeutische Verfahren um tiefenpsychologische Grundlagen ergänzt. Die Kunst- und Gestaltungstherapie hat sich im Klinikbereich als eigenständige Profession bewährt. Im Bereich der Psychiatrie, Psychosomatik, in der Kinder- und Jugendtherapie hat die Kunsttherapie zu Fortschritten in der gesamten Therapiebehandlung beigetragen. Bei Einschränkungen der verbalen Kommunikationsfähigkeit, bei schweren Persönlichkeitsstörungen ist Kunsttherapie ein wertvolles Mittel, um Kommunikationsprozesse wieder zu ermöglichen. Kunst- und Gestaltungstherapie hilft bei der Ausdrucksmöglichkeit, fördert Katharsis, trägt zur Einsichtsvermittlung, Selbstaktualisierung und Ich-Stützung bzw. Ich-Stärkung bei. >>> mehr
Musiktherapie zählt zu den künstlerischen Therapien. Diese sind zusammengehörige, auf kreativem Tun basierende, vorwiegend nonverbale Psychotherapieverfahren, die hauptsächlich handlungsaktivierend, konfliktfokussierend und problemlösend sowie sinnfördernd ausgerichtet sind. Mit ihnen werden u. a. emotionale Aufgeschlossenheit gewonnen, innerer Widerstand aufgelöst, Spannungen und Aggressionen verarbeitet und zu neuen Perspektiven menschlicher Betätigung hingeführt.
Musiktherapie als Vergangenheit, Gegenwart und Erwartung akzentuierendes Gebiet erreicht wegen der Augenblicksbezogenheit von Musik und Musizieren am unmittelbarsten die überdauernden, kurzfristigen und momentanen Gefühle. Eine auf Beobachtungstraining und Bedeutungsanalyse fundierte Musiktherapie eignet sich zum schnellen Erkennen von Problemen der Daseinsbewältigung und zur Erlebnisintensivierung und Beeinflussung des Verhaltens, Erlebens und Denkens. Da kreatives Tun und nachvollziehendes Erleben im therapeutischen Zusammenhang immer adressatenbezogen zur Geltung kommt und sowohl ein besseres Verstehen und vertiefteres Erleben als auch eine gekonntere, erfolgreichere und befriedigendere Handlungsfähigkeit, die auf das Leben außerhalb der Therapiesituation übertragbar ist, bewirken soll, bedarf es dazu einer Liste von Kriterien, die im therapeutischen Prozeß und zur Herstellung einer therapeutischen Beziehung zu beachten sind. Zu anderen Therapieverfahren bestehen somit gravierende Unterschiede. >>> mehr
Aus universitärer Sicht zählt Tanztherapie zu den künstlerischen Therapien. Als solche versteht sie sich als angewandte Tanzpsychologie in der doppelten Bedeutung des Worts als adressatenbezogene Interpretation von Sinn und Gehalt tänzerischer Materialität im Hinblick auf eine beabsichtigte Wirkung und als ihre spezifische Funktionalisierung im Hinblick auf die jeweiligen Erfordernisse in einem weiten Spektrum tanztherapeutischer Berufsfelder. Zum einen wird also aus der Art der Konfiguration des verwendeten Bewegungsmaterials auf den Bedeutungsgehalt eines Tanzes oder einer Bewegungsimprovisation geschlossen und zum anderen werden Tänze oder Substanzen daraus diagnosespezifisch für therapeutische Ziele verwendet. Hierzu werden die vier Merkmale eines Bewegungsgeschehens Körper, Raum, Energie und äußere Form und Struktur im Sinne der Erweiterung des Bewegungsrepertoires und zur bewussten Choreographie der Lebensmelodie diagnostiziert und trainiert.
Tanztherapie als psychotherapeutisches Verfahren unterliegt den in der Psychotherapie geltenden drei Stufen Remoralisierung, Remediation und Rehabilitation. In der Phase der Remoralisierung soll Zuversicht, Glauben an sich selbst, Optimismus, Hoffnung und Vertrauen in die eigenen Ressourcen wie auch in die therapeutische Kunst vermittelt und damit eine erfolgreiche compliance mit dem Therapeuten hergestellt werden. Im Zustand von Entspannung, Gelassenheit und aktivem Mittun kann die künstlerische orientierte Tanztherapeutin anhand diverser Spiele die entscheidenden Kriterien finden, ohne die Patienten Tests und Befragungen unterziehen zu müssen. Diese auf fundiertem Bewegungsbeobachtungstraining basierende Phase gilt als die besonders bedeutsame Phase der Diagnostik. In ihr wird ressourcenorientiert ermutigt, indem auf das Verhalten im Raum als fiktiver Welt geachtet wird und die innere Energie unter den Aspekten der Vertikale (Kraft und Selbstrepräsentanz), Horizontale (Kinesphäre, Raum- und Beziehungsebene), Sagittale (Zeit- und Entscheidungsfindung) und des Bewegungs- und Muskelspannungsflusses (Fluss eines Geschehens als emotionale Ebene) untersucht und geübt und mit den zugehörigen bedeutungstragenden Formen in Gestik und Körperhaltung in Beziehung gesetzt werden. Aus einem solcherart bewusst gemachten Verhalten wird auf den Rhythmus (R) der Energie (E) und ihrer Struktur (S) in der Körperbewegung geachtet und zur Auswertung des Therapieerfolgs in ein RES-Profil eingetragen. >>> mehr